Feuerwehr Giengen - Bericht
Bericht

Bericht Nr. 018
   
Datum: 10.09.22
Veranstaltungsort: Viehhofstraße 14, Giengen-Sachsenhausen
Abteilungen: Sachsenhausen,

Bericht: Dorfhaus feierlich seiner Bestimmung übergeben
 
 
 
 

Dorfhaus feierlich seiner Bestimmung übergeben

 

(MR) Viele Jahre der Planung und Vorbereitung, gefolgt von arbeitsreichen Monaten für alle Sachsenhausener Vereine, sowie die beteiligten Handwerker und Planer, gingen am Samstag, den 10.09.2022 offiziell zu Ende. Das neue Dorfhaus mit integriertem Feuerwehrgerätehaus konnte offiziell in einer Feierstunde vor zahlreichen geladenen Gästen seiner Bestimmung übergeben werden.

 

Als kurz nach 11 Uhr der Chor "Liederlust Sachsenhausen" die Feierlichkeiten eröffnete, waren Gäste aus nah und fern in Giengens kleinsten Teilort gekommen. So waren neben Persönlichkeiten aus Lokal-, Landes- und Bundespolitik auch die Vertreter der Vereine und der Feuerwehr aus Stadt und Landkreis der Einladung gefolgt.

 

Oberbürgermeister Henle eröffnete in seiner Begrüßungsrede die Feierstunde und ging auf die Besonderheiten des neuen Dorfhauses ein. Angefangen von der Planung, dem Architektenwettbewerb, über sämtliche Debatten und anschließende Freigaben im Gemeinderat. Froh zeigte sich der OB über die Einhaltung des Finanzrahmens. 2,5 Millionen Euro kostete das neue Dorfhaus inklusive Grundstückserwerb unter dem Strich.

"Nur mit ehrenamtlicher Hilfe war das möglich", so der OB. Knapp 2.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit von Bürgerinnen und Bürgern, Vereinsmitgliedern und Helfern wurden über die gesamte Bauzeit erbracht und machen das Dorfhaus zu dem was es heute ist: "UNSER" Dorfhaus, mitten in Sachsenhausen. Durchschnittlich 8,3 Stunden pro Helfer hatten die Sachsenhausener aufgebracht, um ihr Haus entstehen zu lassen. Und das nicht nur mit Arbeitskraft, sondern auch durch den Einsatz von Baumaschinen, Minibaggern und Radladern. "So konnten nicht nur Kosten gespart, sondern der Rahmen sogar eingehalten werden", so der OB weiter.

500.000 € Fördermittel aus dem Programm "ländlicher Raum" des Bundes konnten für den Bau des Hauses eingesetzt werden. Ergänzt durch 60.000 € Zuwendung aus dem Feuerwehrwesen des Landes Baden-Württemberg.

 

Architekt Linder aus Gerstetten gab einen Einblick in alle Details seines "Babys". Detailliert schilderte er die markante und für das ganze Haus prägende Dachform, welche an der Ost- und Westseite am First, statt wie überlicherweise an der Traufe endet. Die Dachform mit 25° Neigung findet sich in vielen gestalterischen Elementen im ganzen Gebäude wieder. 30% des neuen Hauses steht der Feuerwehr zur Verfügung, 60% den anderen Vereinen. Die fehlenden 10% fallen auf Sanitäranlagen, Lager und Technikräume. Beheizt wird das Dorfhaus über die lokale Nahwärmeversorgung der Biogasanlage Bader und ist somit 100% CO2-neutral.

Den Sachsenhausenern stehen rund 600 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. "Um genau zu sein 2,7 m² pro Einwohner", scherzte Linder. 600 Quadratmeter, die nicht nur einen Mehrwert für Vereine und Feuerwehr, sondern für den ganzen Ort bringen.

 

In ihren Grußworten sprachen MdB Leni Breymaier, MdL Andreas Stoch und MdL Martin Grath ihre Glückwünsche an die Stadt und Vereine für das tolle neue Haus aus. "Rundum gelungen", fand Martin Grath. Andreas Stoch, welcher selbst in Sachsenhausen aufgewachsen ist, freute sich umso mehr für "seine Heimat" und auch Leni Breymaier befand das Dorfhaus als "etwas ganz besonderes".

 

Im Anschluss hatte der Stellvertretende Kommandant Martin Kröner das Wort, welcher auf die Zustände der Einsatzabteilung Sachsenhausen vor dem Bau des neuen Magazins im Dorfhaus einging. Bereits im Feuerwehr-Bedarfsplan aus dem Jahr 2011 wurde die Raumsituation im 1978 gebauten Gerätehaus als mangelhaft bewertet. Weder sämtliche gültige Vorschriften der Unfallverhütung, noch die DIN 14092 für Feuerwehrhäuser wurde eingehalten. Parkplatz-, WC- und Stellplatzsituation waren unzureichend. Von Schulungs- und Sozialräumen ganz zu schweigen. Diese waren bis dato in einem zweiten Gebäude nebenan, der alten Schule, untergebracht. Getrennte Umkleiden für Damen und Herren: Fehlanzeige.

Zustände die heute der Vergangenheit angehören. Die Einsatzabteilung Sachsenhausen ist im neuen Haus angekommen und sehr zufrieden.

Als besondere Überraschung konnten eigens aus Köflach angereiste Feuerwehrkameraden eine gläserne Madonna an Abteilungskommandant Harald Delle übergeben, welche das neue Heim der Feuerwehr schützen wird.

 

Das Schlusswort richtete Stadtrat Werner Bader an die Gäste. Er ging auf die vielen Stunden geleisteter Arbeit der Dorfgemeinschaft ein. Auf stets ein offenes Ohr und gute Zusammenarbeit mit Planern und Architekten, sowie der Stadt Giengen als Bauherrn.

"Es gibt viele Orte die man am Kirchturm und an einem stilvollen Bauwerk erkennt. Hamburg hat den Michel und die Elbphilharmonie, Köln den Dom und die Hohenzollernbrücke, München die Frauenkirche und das Olympiastadion. Sachsenhausen erkennt man nun am sechseckigen Kirchturm und am markanten Dorfhaus", verglich er, wohl mit einem Augenzwinkern, aber treffend das neue Erscheinungsbild des Orts. 

 

Pfarrer Dr. Joachim Kummer sprach seinen Segen für das Haus und dessen Bewohner. Besonders freute ihn, dass Architekt Linder bewusst den Weg zum Eingang so gewählt hatte, dass die Dorfkirche im Blick der eintreffenden Gäste liegt.

 

Zum Abschluss lud Oberbürgermeister Henle alle Gäste auf einen Stehempfang im Foyer ein und darauf sich das Haus von innen und außen ansehen zu können. Am Nachmittag folgte ein Tag der offenen Tür für die Bevölkerung, welcher von zahlreichen Interessenten genutzt wurde sich das neue Schmuckstück des Dorfs genauer ansehen zu können.


Freiwillige Feuerwehr Giengen, Herbrechtinger Straße 14, 89537 Giengen
©2022 Moritz Klein, Inhalt: Martin Rösler