´╗┐ Feuerwehr Giengen - Bericht
Bericht
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Bericht Nr. 005
   
Datum: 05.02.18
Veranstaltungsort: Maria-von-Linden-Halle, Friedhofstra├če, Burgberg
Abteilungen: Gesamt,

Bericht: Feuerwehr hatte ein Drittel mehr Eins├Ątze als im Vorjahr
 
 
 
 

Bilder: Markus Brandhuber

Bericht: Joelle Reimer, Heidenheimer Zeitung, 05.02.2018

 

Ein Drittel mehr Einsätze als im Vorjahr, und dabei oft die Haltung anderer: „die machen das schon“ – doch bei der Hauptversammlung betonte die Giengener Wehr, dass auch sie an Leistungsgrenzen kommt.
 

Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter der Giengener Gesamtfeuerwehr – das zeigt sowohl der Blick auf die Einsatzzahlen als auch auf große Brände wie den des Hürbener Schafstalls im Juli 2017. Nicht weiter verwunderlich also, dass auch die Hauptversammlung in der Maria-von-Linden-Halle in Burgberg mit einem Ereignis begann, das wohl zur absoluten Ausnahme bei den Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis gehören dürfte: Die Beendigung des ehrenamtlichen Dienstes von vier Mitgliedern. „Eigentlich wären wir dieses Jahr bei 155 aktiven Kameraden. Von vier Personen werden wir uns aber verabschieden“, kündigte Kommandant Hans-Frieder Eberhardt an. Wegen wiederholter Nachlässigkeit im Dienst – beispielsweise dem Fortbleiben von Übungen und Einsätzen – habe man gemeinsam mit dem Gemeinderat beschlossen, den ehrenamtlichen Dienst der vier betroffenen Personen zu beenden.

 

Wie verdienstvoll hingegen die Arbeit der restlichen Feuerwehrmänner und -frauen war, das betonten sowohl Eberhardt als auch Feuerwehrverbandsvorsitzender Uli Steeger, Kreisbrandmeister Rainer Spahr und zum ersten Mal auch Oberbürgermeister Dieter Henle. „Sie alle opfern viel persönliche Zeit und Kraft für unser Gemeinwohl. Da will ich betonen, dass wir die Freiwillige Feuerwehr nicht als etwas Selbstverständliches ansehen“, so Henle. Genau an dieser Denkweise vieler Bürger, nämlich dass die Feuerwehr sich schon um alles kümmern würde, hatte Eberhardt zuvor Kritik geäußert: „Es kam tatsächlich vor, dass man uns als Umzugshilfe angefragt hat. Das kann doch nicht sein! Wir sind 0,8 Prozent der Giengener Bevölkerung, wir leisten alle anfallenden Einsätze – und dann so etwas. Da ist viel egoistische Bequemlichkeit.“ Vor allem an die Jugend appellierte er, sich auf Solidarität und gegenseitige Mitsorge rückzubesinnen – „vielleicht wäre da ein verpflichtender Gesellschaftsdienst der richtige Weg.“

 

Mit 187 Einsätzen hatte die Giengener Wehr etwa ein Drittel mehr Einsätze als im Vorjahr. 2822 Einsatzstunden wurden geleistet, dazu die Dienste und Einsätze der Jugendfeuerwehr, des Spielmannszuges und der Altersabteilung – „es erklärt sich von selbst, dass eine gute Ausbildung wichtig ist“, sagte Eberhardt und kritisierte, dass die Plätze für die Atemschutzschulung nun schon im zweiten Jahr in Folge mangels Interesse zurückgegeben werden mussten.

 

Keine Schulung mangels Interesse

 

„Bei den vielfältigen Einsätzen braucht es eine vielfältige Ausbildung. Bitte nehmen Sie die Fortbildungen wahr. Ich verlasse mich auf Sie – genau wie Sie sich auch auf mich verlassen dürfen“, betonte OB Henle. Er versprach eine breite Unterstützung seitens der Stadt – vor allem in ein Gebäudekonzept, das alle Feuerwehrgerätehäuser beinhalte, wolle man investieren. „Beim Dorfgemeinschaftshaus in Sachsenhausen setzen wir wie versprochen 2019 den Spaten – ja, wir sind in den Grundstücksverhandlungen weiter gekommen“, sagte Henle. Und auch für Hohenmemmingen kündigte er die Konzeption für ein Gerätehaus mit Räumen für die Dorfgemeinschaft an. In seinem Ausblick auf 2018 erwähnte Eberhardt das Verwaltungsprogramm, dessen Probleme zwar beseitigt werden konnten, bei dem aber künftig mehr Augenmerk auf die Pflege der Daten gelegt werden müsse. In Sachen Alarmierung habe man eine neue Alarmsoftware getestet und für gut befunden – „bei der digitalen Alarmierung wird es eine gemeinsame Ausschreibung des Landkreises mit dem Ostalbkreis geben.“ Ebenfalls dieses Jahr werde gemeinsam mit der Stadtverwaltung die Entschädigungssatzung überarbeitet.

 

Gegenstand der Diskussion war auch die Walter-Schmid-Halle, für die die Feuerwehr in der Zeit des Umbaus Brandwachen stellen muss – durch die Verzögerung länger als ursprünglich geplant. „Hierfür entschuldige ich mich. Über den Bauverlauf bin ich selbst unglücklich. Das muss künftig besser laufen“, sagt OB Henle. Denn dass die Feuerwehr nicht alles leisten könne, betonte auch Kreisbrandmeister Spahr in seiner Rede: „Die Herausforderungen steigen, und oft ist man am Leistungslimit. Giengen muss vor allem bei der Überlandhilfe immer öfter ausrücken.“ Uli Steeger lobte die neu aufgebaute Press- und Öffentlichkeitsarbeit und merkte an, dass man die sozialen Medien noch mehr für aktive Mitgliederwerbung nutzen müsse.

 

Ehrungen der Mitglieder

 

Dass die Freiwillige Feuerwehr einen wichtigen Dienst für die Allgemeinheit tut, das betonten alle Redner bei der diesjährigen Hauptversammlung der Giengener Wehr in Burgberg (siehe Beitrag rechts). Und doch gibt es stets auch einige, die eine gesonderte Ehrung verdient haben – so zum Beispiel Gerd Kastler, der 1987 in die Feuerwehrabteilung Hürben eingetreten ist und an diesem Abend das Deutsche Feuerwehr Ehrenkreuz in Bronze entgegennehmen durfte. Bernd Neudörfer, Stephan Ostertag und Christian Wenzlaw wurden außerdem geehrt, da sie der Giengener Wehr schon seit 25 Jahren angehören. Die Ehrennadel der Kreisjugendfeuerwehr Heidenheim ging an Marcel LaDelfa und Jens Reiser, die Ehrennadel der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg in Silber bekamen Martin Rösler, Tobias Becker und Christian Mayer überreicht.

 

Darüber hinaus wurden Max Feinauer, Philipp Ortwein und Athanasios Tsepnidis nach einjähriger Probezeit endgültig aufgenommen. Bekannt gegeben wurde zudem, dass David Kunzmann als neuer Jugendfeuerwehrwart und Dominik Liersch als sein Stellvertreter gewählt wurde.


Freiwillige Feuerwehr Giengen, Herbrechtinger Stra├če 14, 89537 Giengen
┬ę2018 Moritz Klein, Inhalt: Martin R├Âsler